DIE WEISSE ROSE

1. AKT
Sophie Scholl schildert in einem Gedicht ihre glücklichen Momente in der Natur. Hier fühlt sie sich geborgen und zu Hause, voller Dankbarkeit, diesen perfekten Augenblick erleben zu dürfen.
Frühling 1934. Die älteren Kinder der Familie Scholl, Inge, Hans und Sophie, sind Feuer und Flamme für Hitler und seine Propaganda und sehnen sich danach, selbst etwas zum Aufbau eines neuen Deutschlands beizutragen. Ihr Vater steht den Nationalsozialisten mehr als skeptisch gegenübersteht. Trotzdem erlaubt er seinen Kindern die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend, bzw. dem Bund Deutscher Mädel, denn er will, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machen.
Hans und Sophie sind schnell in Führungspositionen aufgestiegen und genießen die gemeinsamen Aktivitäten, erleben allerdings auch, dass sie mit ihrem Individualismus und Freiheitsdrang in Konflikt mit ihren Vorgesetzten geraten. Sie beginnen, erste Zweifel zu entwickeln, ob sie den Umgang der Nationalsozialisten mit Andersdenkenden und Juden wirklich mittragen können.
Im Herbst 1937 plant Sophie, auf eigene Faust nach München zu fahren und dort die Propaganda-Ausstellung “Entartete Kunst“ zu besuchen. Allerdings wird deutlich, dass Sophie, die selbst mit Begeisterung zeichnet und malt, die ausgestellten Künstler bewundert und die vielleicht letzte Gelegenheit nutzen will, ihre Werke zu sehen, bevor sie vernichtet werden. Ihre ältere Schwester Inge kommt ihr auf die Schliche und redet ihr den riskanten Plan aus.
Auf einem Tanzabend lernt Sophie den vier Jahre älteren Berufssoldaten Fritz Hartnagel kennen. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Hans ist verliebt in Rolf, einen Freund aus seiner Jungenschaft.
Erstmalig gerät die Familie Scholl ins Visier des Nazi-Regimes, als im Rahmen einer Hausdurchsuchung Beweise für das verbotene Weiterführen von bündischen Jugendorganisationen gefunden werden.
Beim Westfeldzug 1940 ist Hans für den Sanitätsdienst eingeteilt. Er ist zerrissen zwischen der Erfahrung als Besatzer und dem Leid, das er erlebt, sowie der Schönheit der besetzten Länder und ihrer Kultur, insbesondere in Paris. Er sehnt sich nach dem Frieden und fragt sich, wie er seinem Leben den Sinn geben kann, den er sich so sehr wünscht.
Da Fritz als Berufssoldat an der Front ist, können er und Sophie sich nur sehr selten sehen. Sie ist zunehmend unglücklich in der Monotonie und Fremdbestimmung des Reichsarbeitsdienstes, zu dem sie verpflichtet ist, und die beiden schreiben sich Briefe und teilen ihre Gedanken.
Im Jahr 1941 ist Hans zurück in München zum Medizinstudium. Insbesondere Alex Schmorell, ein Mitstudent und gebürtiger Russe, wird schnell zu einem engen Freund. Sie teilen die Leidenschaft für Kunst und die Abneigung gegen den Dienst in der Studentenkompanie, ohne den sie nicht studieren dürften.
Alex liegt sein Geburtsland sehr am Herzen und er leidet unter den zunehmenden Spannungen zwischen den beiden Ländern. Mit Schrecken sieht er einem drohenden Krieg mit Russland entgegen, und als dieser schließlich offiziell beginnt, ist er verzweifelt und weiß nicht, was er tun soll.
Hans und Alex besuchen die Familie Scholl in Ulm. Obwohl alle Angst vor Denunziation durch zufällige Mithörer haben müssen, wird deutlich, dass sie von zunehmenden Übergriffen gegen Juden gehört haben und sie verurteilen.
Alex stellt Hans seinen besten Freund, Christoph Probst, vor. Er ist ebenfalls ein Mitstudent, aber bereits verheiratet und Vater eines kleinen Sohnes.
Hans und Christoph verstehen sich auf Anhieb.
In Ulm wird Robert Scholl nach einer kritischen Bemerkung zu Hitler von seiner Sekretärin denunziert und infolgedessen verhaftet.
Inge benachrichtigt Hans, der sofort nach Hause kommt, und gibt ihm die Kopie einer regimekritischen Predigt des Bischofs von Münster. Die Idee, regimekritische Texte zu vervielfältigen und anonym zu verteilen, begeistert die drei Freunde, auch wenn Christoph vor dem beträchtlichen Risiko warnt, das sie mit eigenen Aktionen eingehen würden.
Willi Graf, ebenfalls Medizinstudent, war bereits mehrere Jahre lang als Sanitäter an allen Kriegsschauplätzen an der Front eingesetzt. Er kann die schlimmen Erfahrungen nicht vergessen, fühlt sich isoliert und hat Schwierigkeiten, sich 1942 nach seiner Rückkehr an die Universität im Alltag wieder zurecht zu finden. Sehnsüchtig beobachtet er einen geselligen Abend des Freundeskreises im Englischen Garten, bei dem sie den Geburtstag von Sophie feiern, die gerade ihr Studium in München begonnen hat.
Als letztes Mitglied der Weißen Rose stößt Kurt Huber, Philosophieprofessor an der Universität in München, hinzu.
Seine – unter den Studenten legendären – Vorlesungen besuchen viele der Freunde mit Begeisterung. Auf einem Diskussionsabend bei einer gemeinsamen Bekannten stellen die Studenten fest, dass der Professor offenbar nicht nur ihre regimekritische Einstellung teilt, sondern es auch für notwendig hält, aktiv zu werden.
Hans und Alex verfassen und versenden ihr erstes Flugblatt.
Sophie vermutet sofort, dass sie die Autoren sind und besteht darauf, bei kommenden Aktionen dabei sein zu dürfen.
Willi, der mittlerweile Hans kennengelernt hat, findet ein Flugblatt, liest es und steckt es ein.
2. AKT
Hans begegnet Traute, mit der er eine kurze Affäre hatte. Er erwartet, dass sie ihm Vorwürfe macht, weil er den Kontakt abgebrochen hat, aber Traute spricht ihn auf die Flugblätter an und versichert ihm ihre rückhaltlose Unterstützung.
Hans, Alex und Willi werden im Sommer 1942 nach Russland an die Front abkommandiert und feiern einen Abschiedsabend mit den anderen Freunden und Professor Huber im Atelier Eickemeyer.
Sophie und Fritz schreiben sich weiterhin Briefe. Während Fritz zunehmend mit den Kriegserfahrungen und seinem Beruf als Soldat in Zwiespalt gerät, muss Sophie in den Semesterferien Dienst in einer Rüstungsfabrik leisten.
Ende 1942 kommen die Freunde aus Russland zurück. Hans und Alex besuchen die Familie Scholl, die nach der Entlassung des Vaters aus der Haft nicht weiß, ob er nun seine Kanzlei schließen muss. Sophie hat in der Zwischenzeit neue Mitstreiter rekrutiert und Pläne geschmiedet.
Sie, Hans und Alex brennen darauf, ihre Aktionen in München fortzusetzen. Hans und sein Vater kommen sich über geteilte Erfahrungen an der Front und im Gefängnis näher, während sich auf der anderen Seite der Bühne Christoph mit seinem kleinen Sohn Vincent im Arm auf die Zukunft mit seiner Familie freut.
In München laufen die Vorbereitungen für die nächsten Flugblätter auf Hochtouren. Christoph will sich um seiner Familie willen nicht aktiv beteiligen, überlegt aber auf Bitte von Hans einen Entwurf für ein weiteres Flugblatt zu schreiben. Hans weiht Professor Huber ein, der seine Kooperation zusagt.
Anfang 1943 gibt es einen Eklat an der Universität, nachdem der Gauleiter bei einer Rede die Studentinnen beleidigt hat. Der geschlossene Protest dagegen unter den Studenten macht den Freunden Mut, dass es viele gibt, die potenziell ihre kritische Meinung teilen und die sie mit ihren Texten erreichen können.
In mehreren Nächten stellen sie in der Wohnung von Hans und Sophie 6000 Flugblätter her und verteilen sie in verschiedenen größeren Städten, eine Aktion, bei der sie nur durch Glück nicht erwischt werden. Sophie und Fritz denken aneinander, haben aber seit langer Zeit nichts mehr voneinander gehört, denn Fritz ist in Stalingrad unter furchtbaren Bedingungen eingekesselt und glaubt nicht mehr daran, dass er lebend davonkommen wird.
Endlich erreicht Sophie ein Anruf ihrer Mutter: Fritz ist aufgrund seiner Verletzungen in letzter Minute ausgeflogen worden. Stalingrad fällt, aber er ist im Lazarett in Sicherheit.
Die Freunde haben ihre Aktionen ausgeweitet und schreiben nun auch Parolen an Häuserwände.
Christophs Tochter Katharina ist gerade zur Welt gekommen, dennoch hat er einen Entwurf geschrieben, den er Hans mitgibt.
Als nächstes planen sie eine Aktion an der Universität. Statt die Flugblätter anonym zu verschicken, wollen sie diese während einer laufenden Vorlesung in den Gängen auslegen. So sollen sie auch ganz bestimmt bei den Studenten ankommen, unter denen sie große Sympathien für den Widerstand vermuten.
Alex und Willi warnen vor dem Risiko, aber Hans und Sophie planen den Zeitpunkt der Aktion, ohne die anderen Freunde einzuweihen.
Am Morgen des 18. Februar 1943 begeben sich Hans und Sophie in die Ludwig Maximilians-Universität und verteilen Flugblätter in den Gängen. Als sie gerade das Gebäude wieder verlassen wollen, bemerkt Sophie, dass sie noch Flugblätter übrig hat und sie rennen zurück die Treppen hinauf.
Als Sophie einen Stapel Flugblätter von der Balustrade im 2. Stock in den Lichthof hinunterstößt, werden sie von einem Hausmeister entdeckt und verhaftet.
Obwohl sie zunächst jede Verantwortung abstreiten, erhärten sich zunehmend die Beweise gegen die Geschwister. Kurz darauf werden erst Willi, dann auch Christoph, Alex und Prof. Huber verhaftet. Alle werden intensiv verhört und schließlich in zwei Schauprozessen vom eigens eingeflogenen Leiter des Volksgerichtshofes beschimpft und zum Tode verurteilt. Mit letzten Worten verabschieden sie sich von ihren Familien.
Ihr Schicksal spricht sich auch im Ausland herum, und so kommt es, dass die britische Luftwaffe 1943 und 1944 das letzte Flugblatt der Weißen Rose zusammen mit ihren Bomben millionenfach über Deutschland abwirft, um ihnen und dem Widerstand in Deutschland noch über den Tod hinaus eine Stimme zu geben.
Quelle ATG Entertainment

