DRACULA - Das Musical
- Ines Marquardt
- vor 4 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Die Premiere von DRACULA – Das Musical (Musik von Frank Wildhorn Buch und Gesangstexte von Don Black und Christopher Hampton) am 5. Mai 2026 im Stage BlueMax Theater geriet zu einem wahrhaft elektrisierenden Ereignis, das sich tief in das Gedächtnis des Berliner Musicalpublikums einschreiben dürfte.
Ein besonderer Premierengast in Berlin
Bereits im Vorfeld umwehte die Produktion ein Hauch von Größe – nicht zuletzt, weil Komponist Frank Wildhorn eigens aus Hawaii angereist war, um der Inszenierung beizuwohnen. Seine Präsenz verlieh dem Abend eine fast zeremonielle Bedeutung: eine Art Ritterschlag für das Ensemble, das Kreativteam von Showslot und das Berliner Publikum gleichermaßen.
Die Dunkelheit ist erwacht
Was sich dann auf der Bühne entfaltete, war nicht weniger als eine meisterhaft durchkomponierte Symbiose aus musikalischer Intensität, darstellerischer Präzision und atmosphärischer Dichte.

Im Zentrum dieses dunklen Universums stand Jan Ammann in der Titelrolle – und er dominierte den Abend mit einer Selbstverständlichkeit, die Ehrfurcht gebietet.
Sein Dracula war kein bloßer Antagonist, sondern eine vielschichtige, zutiefst faszinierende Figur zwischen Verführung, Melancholie und zerstörerischer Macht.
Jan Ammanns Stimme – kraftvoll, samten und von hypnotischer Tiefe – durchzog den Raum wie ein unentrinnbarer Sog. Jede Phrase war durchdacht, jede Geste von aristokratischer Präzision. Hier stand kein Darsteller auf der Bühne, sondern wahrlich der Fürst der Finsternis in menschlicher Gestalt.
Darstellerperfektion in jeder Rolle
Navina Heyne als Mina Murray überzeugte mit einer bemerkenswerten Balance aus Zerbrechlichkeit und innerer Stärke.

Ihr klarer, emotional nuancierter Sopran verlieh der Figur eine berührende Authentizität, während sie darstellerisch die innere Zerrissenheit zwischen Liebe und dunkler Anziehung eindrucksvoll sichtbar machte. Besonders in den Duetten mit Ammann entstand eine elektrisierende Spannung, die das Publikum förmlich in ihren Bann zog.
Als Jonathan Harker zeigte Philipp Dietrich eine differenzierte Darstellung eines Mannes am Rande des Wahnsinns. Seine gesangliche Leistung war geprägt von Klarheit und emotionaler Dringlichkeit, während seine schauspielerische Entwicklung – vom rationalen Beobachter zum gebrochenen Opfer – eindrucksvoll nachgezeichnet wurde.

Munja Viktoria Meier als Lucy Westenra brachte eine faszinierende Mischung aus Lebenslust und tragischer Verlorenheit auf die Bühne. Ihre Stimme schimmerte in hellen, fast ätherischen Farben, bevor sie im Verlauf der Handlung zunehmend düstere Nuancen annahm – ein vokaler Spiegel ihres Schicksals.
Mit beeindruckender Autorität verkörperte Marius Bingel Professor van Helsing. Seine Präsenz war von ruhiger Entschlossenheit geprägt, sein Gesang kraftvoll und präzise. Er fungierte als moralischer Gegenpol zu Dracula und verlieh der Geschichte eine intellektuelle Tiefe.
Ein besonderes Glanzlicht setzte Christopher Wernecke als Renfield. Mit einer beunruhigenden Intensität und nahezu körperlich spürbaren Hingabe gestaltete er den Wahnsinn dieser Figur – gesanglich wie darstellerisch ein faszinierendes Wechselspiel zwischen Kontrolle und völliger Eskalation.
Auch die weiteren Rollen waren durchweg hochkarätig besetzt: Vincent van Gorp als Arthur Holmwood überzeugte mit edler Klangfarbe und emotionaler Tiefe, Felix Heller als Dr. Seward brachte eine feine psychologische Zeichnung und einige humorvolle Momente mit ein, während Thomas Schreier als Quincy Morris mit charismatischer Bühnenpräsenz und kraftvollem Gesang punktete.



Ein Bühnenbild voll Mystic und Dunkelheit
Nicht minder beeindruckend war das Bühnenbild, das sich als durchdachtes Gesamtkunstwerk erwies. Mit raffinierten verschiebbaren Elementen, gezielten Lichtkompositionen, fließenden Übergängen und gezielt eingesetzten Nebeleffekten entstand eine visuelle mystische Welt, die gleichermaßen opulent wie unheimlich wirkte.
Schatten bewegten sich wie eigenständige Wesen, Räume schienen sich zu öffnen und wieder zu verschliessen – stets im Einklang mit der musikalischen Dramaturgie. Diese visuelle Magie verstärkte die mystische Atmosphäre und ließ das Publikum tief in eine düstere Welt eintauchen.
Am Ende dieses Premierenabends stand nicht nur begeisterter Applaus und Standing Ovations, sondern das Gefühl, Zeuge eines außergewöhnlichen Moments geworden zu sein.
Eine Produktion, die mit künstlerischer Konsequenz, musikalischer Exzellenz und emotionaler Wucht überzeugt – und in deren Zentrum ein Dracula steht, der seinem Mythos mehr als gerecht wird.
In den Schatten dieser Nacht erwacht eine uralte Gier – ein unstillbares Verlangen nach dem Verbotenen, das beweist, dass der Mythos der Vampire ewig lebt und niemals verblasst.
Stellt euch diesem unsterblichen Zauber und sichert euch die letzten Tickets, bevor die Dunkelheit am 07.06.2026 ersteinmal ihre Pforten schließt.
Wer vom Vampirmythos infiziert ist oder wird, darf sich darauf freuen, das DRACULA – Das Musical auch 2027 wieder auf Tour gehen wird.
Das Stage BlueMax Theater ein Gewinn für Berlin
Wir haben in den letzten Monaten bereits einige große Musicals im Berliner Stage BlueMax Theater erleben dürfen und können sagen:
Das Stage BlueMax Theater mit den Produktionen von ShowSlot markiert einen neuen Wendepunkt in der Berliner Musicallandschaft: Es eröffnet die Chance, viele unterschiedliche, große Musicalgefühle wieder in der Hauptstadt zu erleben. Das Haus überzeugt dabei nicht nur mit herausragenden Inszenierungen, sondern bietet ein ganzheitliches musikalisches und visuelles Erlebnis – getragen von einer durchdachten Sitzplatzanordnung, die von jedem Platz aus eine uneingeschränkte Sicht auf die Bühne garantiert.





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