ABBA – Waterloo im Bällebad
- Ines Marquardt
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit

Wir wollten eigentlich nur ein Musical sehen.
Wir bekamen: eine emotionale Vollmontage aus Disco, Selbstironie und schwedischem Möbelwahnsinn. Wir sagen gleich zu Beginn: Thank You for the Music, liebes Schlosspark Theater – we’re having the time of our lives.
Ein Stück mehr als Ironie, nämlich Herz mit Discokugel
Wir haben gelacht, wir haben mitgewippt – aber vor allem haben wir mitgefühlt. Dieses Juke-Box-Musical ist nicht nur ironisch, nicht nur augenzwinkernd, nicht nur ein ABBA-Zitat-Feuerwerk. Es ist überraschend warmherzig, menschlich und liebevoll beobachtet. Zwischen Waterloo und Thank You for the Music passiert etwas, das man nicht planen kann: Identifikation.
Wenn IKEA mehr ist als ein Möbelhaus
Wir befinden uns in einer IKEA-Filiale (mitten auf der Bühne im Schlosspark Theater Berlin) und wir merken schnell: Diese Menschen dort oben auf der Bühne arbeiten dort nicht nur – sie leben IKEA.
Nach wenigen Minuten fragt man sich, ob die Hauptfiguren Inka, Klaus, Erwin und Anke nicht heimlich vielleicht selbst Namensgeber für das Sortiment waren.
Filialleiterin Inka plant eine große Jubiläumsfeier anlässlich 50 Jahre Möbel, 50 Jahre ABBA, ein Event mit holografischen ABBAtaren aus London. Doch der Plan gerät ins Wanken als der LaserAvatarBeamer vom Laster fällt – SOS – und das irgendwo im Nirgendwo.
Was folgt, ist kein Chaos, sondern ein mutiger Entschluss:„Knowing Me, Knowing You – wir machen das selbst.“
Hier kommt den Protagonisten eine wunderbare Enthüllung zur Hilfe. Klaus, der scheinbar bodenständige Hubwagenfahrer, ist ehemaliger Musicaldarsteller.
Plötzlich ergibt alles Sinn. Die Haltung. Die Stimme. Die Sicherheit. Klaus war nie weg – er stand nur zwischen Regalen.
Die vier ergänzen sich plötzlich fantastisch:
Inka wächst über sich hinaus – leise, stark, glaubwürdig
Klaus erinnert sich an das Rampenlicht
Erwin stellt sich existenziellen Fragen bei The Winner Takes It All
Anke aus dem Småland wird zur emotionalen Überraschung
Bei allem Spaß und guter Laune, entfaltet sich dem Publikum eine Geschichte über Menschen, die mehr in sich tragen, als ihr Namensschild verrät.
Herz, Stimme und Spielfreude
Getragen wird dieser Abend von einem spielfreudigen Ensemble, das mit sichtbarer Lust erzählt, singt und lebt:
Sina Schulz
Carina Smerdon
Marco Fahrland-Jadue
Patrick Stauf
Sie spielen keine Karikaturen, sondern Menschen, sie geben ihren Figuren ein Leben – mit Sehnsüchten, Brüchen und Humor. Und genau deshalb funktioniert dieser Abend wohl so gut.
Ein Sommerabendspaß – voller Leidenschaft
Dieses Musical ist eine Liebeserklärung an die Musik von ABBA, aber noch mehr: eine Liebeserklärung an all jene, die irgendwann dachten, ihr großer Moment sei vorbei.
ABBA – Waterloo im Bällebad sagt uns:„You can dance. You can dream, es ist nie zu spät.“
Wir gingen hinein, um unterhalten zu werden. Wir gingen hinaus mit einem Lächeln – und einem warmen Gefühl im Herzen.
Oder, um es ABBA-gerecht auszudrücken:
I Have a Dream
und der spielt noch bis zum 11.7. im Schlosspark Theater
Lust auf einen wirklich spaßig unterhaltsamen Sommer-Musical-Abend?





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