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DIE FLEDERMAUS




Am 10. Februar 2024 fand die Premiere der Neuinszenierung DIE FLEDERMAUS in der Musikalische Komödie der Oper Leipzig statt.

Leidenschaft Musical war für Euch live vor Ort und hat eine berauschende und umjubelte Premiere in einem ausverkauften Theater erleben dürfen.




Ein Klassiker kehrt neu zurück

DIE FLEDERMAUS ein Klassiker - die dreiaktige Operette von Johann Strauß nach einem Libretto von Richard Genée die am 5. April 1874 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde und seither an Faszination und Begeisterung beim Publikum nicht zu überbieten ist.

Das Stück ist berauschend, prickelnd aber auch voll sozialkritischer Aspekte und das ist es wohl, was es immer wieder so populär erscheinen lässt.


Neuinszenierung mit Flair - modern und nostalgisch zugleich

Die Leipziger Neuinszenierung ist wunderbar gelungen. Die Handlung wurde in die 1950er bis 80er Jahre verlegt und mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen gespickt. Dies ist allerdings so genial gelungen, dass es dem Zuschauer nur bei genauer Betrachtung und sorgfältigen Zuhören bewusst wird und keineswegs störend oder verwirrend wirkt.


Hauptaugenmerk der Handlung ist nach wie vor die Geschichte von menschlichen Handlungen, die durch gesellschaftliche Vorgaben nicht gewünscht oder gar verboten sind.

Die eheliche Untreue, das Bestreben mehr Schein als Sein zu demonstrieren und das Ausleben einer perfide inszenierten Rache für eine Demütigung. Alles allzu menschliche Eigenschaften, welche „vielleicht in der ein oder anderen Form“ in jedem schlummern.


Gleich mit Beginn wird der Zuschauer mit der Vorgeschichte konfrontiert und ist somit im Bilde, warum und wieso sich manche Handlungen im Laufe des Stückes entwickeln, wie sie sich entwickeln.

Das Dr. Falk, ein Freund des Protagonisten Gabriel Eisenstein, von diesem betrunken und gedemütigt im Straßengraben, in einem Fledermauskostüm, zurückgelassen wird, erklärt die Rachegelüste des Dr. Falk nur zu gut.


Eine harmonische Inszenierung mit viel Herz und einer excellenten Besetzung

Die Inszenierung von Peter Lund, ist kurzweilig, fließend und stets unterhaltsam. Es wird viel gelogen, Champagner getrunken, getanzt, gelacht. Alles „gut vertraute“ Eigenschaften eines jeden.

Die Besetzung der einzelnen Charaktere brilliant.

Jeffery Krueger (Tenor), der seinem Gabriel Eisenstein stimmlich und darstellerisch in allen Facetten gerecht wird.



Ein Highlight für uns Friederike Meinke (Sopran), als Rosalinde von Eisenstein zieht sie die Aufmerksamkeit nicht nur als Handlungsprotagonistin auf sich. Sie versetzt das Publikum mit ihrer Stimmgewalt in einen musikalischen Rausch, was auch durch immer wieder mit einsetzenden tosenden Applaus vom Publikum honoriert wurde. Frederike Meinke ist neu an der Musikalischen Komödie in Leipzig und es ist zu hoffen, dass man sie dort noch oft erleben kann.




Eine weitere Schlüsselfigur im Stück Prinz Orlofsky. Nora Steuerwald mit ihrem Mezzosopran gibt diesem doch eigenwilligen Charakter die nötige Präsenz und lässt den Prinzen, in dieser Inszenierung als kranken im Rollstuhl gefesselten Gönner, recht unberechenbar und teilweise bedrohlich erscheinen. Der Charakter und die Darstellung des Prinzen Orlofsky, war sicher für den einen oder anderen Besucher, so auch für uns, gewöhnungsbedürftig. Die Leistung gesanglich wie darstellerisch die von Nora Steuerwald präsentiert wurde, war allerdings genial. Wunderbar anders.


Adam Sanchez ein überzeugender und stimmsicherer Alfred mit Sonnenbrille und Minipli (ein wenig mutete es nach Atze Schröder an), der Mann dem die Frauen einfach nur zu Füssen liegen sobald er einen Ton anstimmt. Alfred ist einfach ein Glückskind in Bezug seiner Wirkung auf Frauen.  


Ein komödiantischer Michael Raschle (Bariton) zelebrierte den vertrottelten und stets berauschten um nicht zu sagen betrunkenen Beamten, Gefängnisdirektor Frank. Urkomisch und mit akzentuiert pointierten Seitenhieben auf  öffentliche Pflichten und Rechte.

Der Herr Gefängnisdirektor ist halt kein anderes Wesen, als all die anderen teils dekadenten Figuren in diesem Spiel.




Nicht zu vergessen und in dieser Inszenierung ein echtes Sahnehäubchen die Kammerzofe im Hause Eisenstein, Adele.

Sopranistin Olivia Delauré entpuppte sich als durchtriebene, kokette, Kammerzofe, die das was sie will konsequent, mit Sexappeal und Durchtriebenheit durchsetzt. Egal ob Höhergestellt oder nicht. Adele nimmt sich das was sie braucht und das mit überzeugendem Können.




Thomas Pigor, als Gefängnissaufseher Frosch, brachte das Ganze dann noch ein Stück weiter in die Aktualität des Hier und Heute. Parallelen oder auch ganz einfach nur Feststellungen, brachten im Publikum so manchen Lacher, aber auch die Erkenntnis: Damals so wie heute es hat sich nicht viel geändert, weder bei den Kleinen noch bei den Großen.


Die Neuinszenierung ist ein gelungener Mix aus einem langjährigen überzeugenden Ensemble der MuKo und faszinierenden und wundervollen Neuzugängen.

Das gesamte Ensemble, wie auch das wunderbare Orchester bildeten wieder einmal eine geschlossene Einheit und machten DIE FLEDERMAUS zu dem was wir sehen durften:

Eine gelungene spritzig sprühende Premiere! … und dem auf dem Programmheft strahlende Vermerk „Champagner hat`s verschuldet, …ist diese Premiere mehr als gerecht geworden.


DIE FLEDERMAUS in der Leipziger Inszenierung sollte man sich keinesfalls entgehen lassen, wenn man einen spritzig, unterhaltsamen Abend mit großen Stimmen und viel Humor erleben möchte. Hier wurde bewiesen, das auch ein Operettenklassiker der über 100 Jahre alt ist, an Aktualität und Spaß noch heute ausgezeichnet funktioniert.

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