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KU`DAMM59


Der Kudamm erwacht zum Leben, es wird wieder getanzt



Am Sonntag, den 05.05.2024, war es endlich so weit, die von den Machern und den Fans langersehnte Fortsetzung des Musicalerfolges KU`DAMM56 - Das Musical KU`DAMM59 feierte seine Premiere im Berliner Theater des Westens.

Mit dem Erfolgsmusical KU`DAMM56 feierten Peter Plate, Annette Hess und Ulf Leo Sommer im Herbst 2021 ihr Musical-Debüt in Berlin.

 

Endlich geht die Geschichte von Monika, Eva, Helga und Caterina Schöllack weiter.

 

Pressekonferenz im Vorfeld der Weltpremiere

 

Doch bevor die neue Geschichte startete, luden die Macher der Show, Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Annette Hess, Josjua Lange, Jonathan Huor, Christoph Drewitz zur Pressekonferenz in den Spiegelsaal des Theaters.

Die Moderation hatte Kim Fischer. Es gab spannende Infos. So konnten wir erfahren, dass bis kurz vor der Premiere noch Änderungen im musikalischen und choreografischen Bereich vorgenommen wurden.

Es wurde also bis zum letzten Moment an der Perfektion der Show gefeilt und gewerkelt. Ein Punkt, den besonders Jonathan Huor den Choreografen bis zur letzten Minute gefordert hat.

 

Die Buchautorin Annette Hess gab Einblick in ihre Überlegungen und Beweggründe, warum das Skript zur Show vom Original der ZDF-Serie abweicht. Ihr Ziel war es, die gesellschaftlichen Probleme der Zeit von 1959 zu benennen und einen Bezug bis heute zu zeichnen.

Wenn wir ehrlich sind, hat sich nicht wirklich viel verändert. Es ist nur anders als damals und das wird sicher jedem, der sich KU`DAMM59 anschaut auch bewusst werden.

 

Eine wichtige Frage, die sicher auch alle Fans bereits jetzt bewegt, wird es auch KU`DAMM63 geben?


Die Aussage des Intendantenteams ein klares und schnelles NEIN! Allerdings habe man bereits schon 2 neue Ideen, die noch diskutiert werden. Es bleibt also auch in Zukunft spannend innerhalb der Musicallandschaft in Berlin.

Interessant in diesem Zusammenhang die Information, dass durch das ZDF ein 4. Teil der Serie Ku`damm77 in Planung und Überlegung sei.

 

Fulminate Vorfahrt der KU`DAMM59 Cast

 

Pünktlich um 17:00 Uhr gab es ein Highlight für alle.

Mit einem Oldtimer Autocorso, stilecht die Schöllack Mädels vorneweg im Cabrio und unübersehbar fuhr die Hauptcast vor dem Haupteingang unter stürmischen Applaus der dort bereits versammelten Fans und Besucher des Theaters vor.

Eine wirklich tolle und passende Idee für den Auftakt dieser Weltpremiere.

Nach diesem grandiosen Auftakt war die Premiere nun für alle greifbar nah und mit viel Freude und Spannung fieberten nun alle dem Premierenstart entgegen.

 


Die Erfolgsgeschichte geht weiter

 

KU`DAMM59 erweckt das pulsierende Berlin der späten 1950er-Jahre zum Leben und erzählt die Geschichte von Caterina Schöllack und ihren 3 Töchtern weiter. Die Handlung taucht wieder in das Leben der Berliner Familie Schöllack ein, die mit den Herausforderungen ihrer Zeit konfrontiert wird.

Die Story entführt das Publikum auf eine Reise voller Emotionen, Leidenschaft und Nostalgie.


Die Kombination aus der bewegenden Handlung der einzelnen Charaktere und den neuen Songs, allesamt von den Komponisten Peter Plate und Ulf Leo Sommer gibt dem Musical eine neue spannende Note.

Die einzelnen Charaktere sind lebendig und facettenreich gezeichnet, und ihre persönlichen Geschichten berühren das Herz des Publikums.


Die neue Musik und die teils tiefgründigen Texte von Peter Plate und Ulf Leo Sommer unterstreichen die einzelnen Handlungen und die einzelnen Charaktere perfekt und verleihen den Emotionen und den Konflikten, in denen sich die einzelnen Personen der Handlung befinden, eine zusätzliche Dimension.

Von mitreißenden Uptempo-Nummern bis hin zu bewegenden Balladen reicht das Repertoire der Musik, das die Atmosphäre des Berliner Kudamms der 1950er-Jahre einfängt und das Publikum in die Zeit zurückversetzt.


Die Probleme werden greifbarer

 

Insgesamt ist die Stimmung der Zeit um 1959 etwas wehmütiger, die Probleme, die sich auftun, sind gravierender.

Die Schöllack Mädels sind erwachsen geworden und die Leichtigkeit der Jugend ist verloren gegangen und die Vergangenheit holt alle ein. Mit dem Song „Willkommen im Erwachsensein“ wird dies wohl am besten beschrieben.

 

Sie kämpfen um Emanzipation, Selbstbestimmung und für ihre Selbstfindung. Die einzelnen Charaktere versuchen auszubrechen aus dem gesellschaftlichen Korsett und widersetzen sich dabei auch jeglichen Anstandsregeln.

Auch Mutti, Caterina Schöllack muss umdenken und ihre nach außen von Anstand und Sittsamkeit geprägte Gesinnung, revidieren. Sie gelangt dabei zu einer auch für sie überraschenden Erkenntnis. Die Zeiten sind keinesfalls einfacher geworden.

 

Eine wunderbar harmonierende Cast bereits zur Premiere

 

Die Zuschauer können sich bei den einzelnen Darstellern auf alte Bekannte, aber auch auf neue Gesichter freuen. Mit dabei sind wieder Katja Uhlig (Caterina), Isabell Waltsgott (Eva), David Nádvornik (Joachim Franck), Philipp Nowicki (Wolfgang von Boost), die uns bereits in KU`DAMM56 mit ihren brillanten und außergewöhnlichen Stimmen beeindruckt haben. Pamina Lenn (Helga) hat mit dem Song 1-2-3- überrascht, diese unglaubliche Stimmpräsenz ist eine Seite, die wir bei Pamina bisher so noch nicht wahrgenommen haben. Einfach nur wundervoll.

Eine der neuen bei KU`DAMM59 ist sicher für viele Anhänger der Plate/Sommer Musicals eine alte Bekannte. Steffi Irmen (Christa Moser). Sie spielte in ROMEO UND JULIA die wohl beeindruckendste Amme der Historie. Als Christa Moser – Filmemacherin der ganz besonderen Art bringt Steffi Irmen wieder gehörig Action in einzelne Szenen. Mit flotten Sprüchen und ihrer unverwechselbaren Stimme ist sie auch hier ein unverwechselbarer Charakter und wird sicher damit zur beeindruckendsten Filmemacherin der Geschichte.

 

Ein Neuzugang, der uns besonders gut gefallen hat Cush Jung (Prof. Dr. Jürgen Fassbender).

Seine Interpretation des Herrn Professors und Ehemannes, genial. Unberechenbar und auf den Punkt genau gefährlich. Freundlich und vermeintlich verständnisvoll stößt er der aufkeimenden Emanzipation seiner und aller Frauen immer wieder einen Dolch in den Rücken. Celina dos Santos (Monika) hat uns mit ihrer darstellerischen und stimmlichen Präsenz fast von den Sitzen gesungen. Mit welcher Kraft und Leidenschaft sie Monikas Charakter, bereits zur Premiere, ausfüllt ist bemerkenswert.

Die Figur des Freddy (Mathias Reiser) zeigt in KU`DAMM59 mehr von seinen wahren Emotionen. Gefühle, die sich aus seiner Vergangenheit herleiten. Es kommt ein zerbrechlicher Freddy zum Vorschein, der lernen muss, seine Gefühle zu akzeptieren.

 

Identifikation mit dem Stück ist spürbar

Alle Darsteller brillieren in ihren Rollen und erwecken die Charaktere mit einer beeindruckenden Intensität und Authentizität zum Leben. Die Stimmen sind allesamt brillant, die Darbietungen von mitreißender Energie und Leidenschaft geprägt. Besonders hervorzuheben ist bereits jetzt schon die Chemie zwischen den Darstellern, die die Beziehungen und Konflikte der Figuren auf authentische Weise zum Ausdruck bringen.


Ein Bühnenbild mit Aussage

Das Bühnenbild von KU`DAMM59 ist aufwendiger als bei KU`DAMM56. Die einzelnen Handlungsszenen bekommen somit noch mehr Ausdruck und Leben.

Durch verschiebbare zusätzliche Elemente und den Einsatz der Bühnentechnik gelingt es wunderbar, auch verschiedene Handlungsorte in einen überzeugenden Einklang zu bringen.

Durch den zusätzlichen Einsatz von gezielter Lichttechnik gelingt es den Zuschauer mitzunehmen in die Realität von 1959, aber auch in die verschiedenen Traumwelten, in denen sich die Charaktere verlieren. Das schafft eine harmonische Verbindung der Probleme der Gegenwart mit der Vergangenheit. Es wird verständlich und erklärt damit einzelne Handlungsstränge gezielt.


Bühnenbild und Kostüme sind detailgetreu und versetzen das Publikum direkt in die Atmosphäre des Kudamms der späten 50er.

Die Choreografien sind dynamisch und mitreißend und fangen die Energie und Lebensfreude der Zeit perfekt ein.


Kleine Anmerkung unsererseits: Wir hätten uns für den ersten Akt etwas mehr Fokus auf die Probleme und Befindlichkeiten der einzelnen Charaktere gewünscht. Die Thematik des Heimatfilmes rund um Freddy und Monika ist im Akt 1 doch sehr präsent.

 

Ein neues Musical von unglaublicher Aktualität

Insgesamt ist KU`DAMM59 - Das Musical ein musikalisches Highlight in neuer Form, dass mit einer packenden Handlung, heute noch aktuellen Problemen, tiefgründigen Songs und einer exzellenten Cast das Publikum begeistert. Die aufgezeigten Probleme der späten 50er-Jahre sind auch heute noch brandaktuell. So z. B. ist die Emanzipation der Frau ein überaus aktuelles Thema, da Frauen immer noch mit verschiedenen Formen von Diskriminierung und Ungleichheit konfrontiert sind. Dazu gehörenThemen wie Gender-Pay-Gap, mangelnde Repräsentation in Führungspositionen und leider auch immer noch häusliche Gewalt. Es gibt also definitiv noch Raum für Verbesserungen in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter.

 

Des Weiteren von großer Priorität Diskriminierung und Gewalt gegenüber homosexuellen Menschen. Wenn auch Gesetze wie der berüchtigte Paragraf 175 abgeschafft wurden, gibt es immer noch eine zunehmende Ablehnung und steigende Gewalttendenz. Transgender-Personen sind heute so wie damals immer wieder stark von Diskriminierung und Gewalt betroffen. Es ist wichtig, weiterhin für die Rechte und die Akzeptanz vom LGBTQ+ Personen einzutreten, um eine inklusive und gerechte Gesellschaft zu schaffen.


Ein Musical für eine gerechtere Welt

Genau hier kommt ein Musical wie KU`DAMM59 ins Spiel. Mit dieser Inszenierung wird aufmerksam gemacht, sensibilisiert und Aufmerksamkeit erzeugt, die wichtiger ist denn je.

Peter Plate und Ulf Leo Sommer haben mit ihrem neuen Stück und den neuen Songs eine wunderbare Ergänzung zu Präsenz zeigen und Kultur genießen mit diesem fesselnden Musical geschaffen, das nicht nur Fans, sondern auch ein breites Publikum gleichermaßen ansprechen und begeistern wird.


Tipp: Besucht das Musical mit Euren Eltern, Großeltern, Kindern. Es ist Generationen übergreifend und somit eine tolle Möglichkeit für einen gelungenen Familienabend.

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