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TOM SAWYER


Am 18. Februar 2023 fand die Uraufführung von TOM SAWYER in der Komischen Oper in Berlin statt. Kurt Weills Musik wurde von Kai Tietje grandios für großes Orchester arrangiert.

In den Hauptrollen zwei bekannte Musicaldarsteller, Tom Schimon (Tom Sawyer) und Michael Heller (Huckleberry Finn). Die beiden waren ein guter Grund, dass sich Leidenschaft Musical an diesem Wochenende das Stück angesehen hat.



Um es gleich vorwegzusagen, es war ein genialer Sonntagnachmittag mit unglaublich viel Spaß beeindruckenden Bühnenbildern (Stefan Rieckhoff), herausragenden Stimmen und ganz sicher nicht nur was für Kinder.


Die Geschichte der Freundschaft zwischen Tom Sawyer und Huckleberry Finn und ihre gemeinsamen Abenteuer basiert auf dem gleichnamigen Buch von Mark Twain und der Kinderoper in zwei Akten [1950/2020] und ist sicher den meisten aus der Kindheit gut bekannt.


Die abenteuerliche Reise beginnt

Wir begeben uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert an den Mississippi. Schon beim Betreten des Theatersaales ist klar, wo die Reise hingeht. Die Mississippi-Ufer-Atmosphäre ist sofort greifbar. Im Verlauf des Stückes werden wir durch das liebevoll gestaltete Bühnenbild, das u. a. mittels eines riesigen Raddampfers beeindruckend daherkommt, immer weiter in die vergangene Zeit hineingezogen.

Beeindruckendes Ensemble und herausragender Kinderchor

Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Die Bühne wird von scheinbar unzähligen Kindern (60 Personen) erobert. Ihre Kleidung einfach, staubig, ein wenig abgetragen. Dieses Bild schafft Authentizität, wir sind in der Pionierzeit Ende des 19. Jh.

Diese Kinder sind der perfekte Rahmen, die kleinen Helden, sie sind die kleinen und großen Solisten, die diese tolle Show tragen und ihr den letzten finalen Aspekt geben. Wir sind total fasziniert von diesem Aufgebot an kleinen Künstlern.

Lausbuben von Natur aus

Die Hauptprotagonisten sind aber natürlich die beiden Lausbuben Tom Sawyer und Huckleberry Finn, die ihre eigene Art von Abenteuer kreieren, verursachen und erleben.

Diese beiden wurden perfekt gecastet. Tom Sawyer (Tom Schimon) und Huckleberry Finn (Michael Heller) ist das Lausbübische in jeder Situation anzusehen. Auch ihre unglaubliche Spielfreude an ihren Rollen ist im gesamten Stück präsent. Darstellerisch und gesanglich waren die beiden einfach nur total überzeugend und wunderbar.

In der Zeit belassen

Als sehr angenehm haben wir empfunden, dass nicht die damaligen „Probleme“ auf die heutige Zeit adaptiert wurden, Erziehung, Schule, Erwachsen werden, keine erhobenen Zeigefinger und keine grünen Anweisungen. Es kommt so beim Zuschauer an, wie es damals wohl auch war. Man lebte sein Leben in seinem Umfeld ohne Angst vor Risiken und sonstigen Gefahren.

Es ist erfrischend zu sehen, dass das Stück so angelegt ist, dass es tatsächlich die Szene in eben jenen Jahren damals aufzeigt. Man kann wohl sagen, Mark Twains Klassiker der Jugendliteratur ist hier für den Betrachter zu einem sehr vergnüglichen Leben erwacht.


Kinder wie Erwachsene haben augenscheinlich großen Spaß an einem Stück, das in der Inszenierung von Tobias Ribitzkie in seiner Zeit bleibt.


Ein furchterregender Gauner und ein armer Sündenbock


Die Abenteuer von Tom und Huck sind aber nicht ganz ohne. Killer Joe, gesungen vom Bariton Christoph Späth macht den beiden doch Angst. Auf einem Friedhof werden die zwei Zeugen eines Verbrechens von Killer Joe, der es schafft, echt gruselig daher zu kommen.


Es ist ein wirklich schlimmes Verbrechen, was sie da beobachten! Der Trinker Potter (Carsten Sabrowski) und Freund von Tom und Huck wird dabei auf hinterhältige Weise zum Sündenbock.


Erste Liebe? … oder doch schon die zweite Verlobung?


Im Stück hat die romantische Jungmädchenliebe ebenso ihren Platz, wie sich verirren und gerettet werden in der Dunkelheit in…. .Nun… wir wollen nicht alles verraten!


Freundschaft und Zusammenhalt, die an der Wahrheit wächst


Tom und Huck sind Freunde! Das sie wirkliche Freunde sind, beweist sich im Ausgang der Geschichte. Da geht es um wahre Freundschaft, Ehrlichkeit, Rechtsverständnis, um Fürsorge und geliebt werden.

Das Stück macht nicht nur unsagbar viel Freude, es vermittelt auch ganz wunderbar Grundwerte im menschlichen Zusammenleben.


Unsere Empfehlung für TOM SAWYER in der Komischen Oper Berlin:


Hingehen, mitreißen lassen, schmunzeln, ganz viel Spaß erleben und vielleicht als Erwachsener an die Zeit zurückdenken, in der wir nach dem Lesen des Buches unbedingt nach New Orleans reisen wollten.


Besetzung Tom Sawyer Tom Schimon Huckleberry Finn Michael Heller Ben Harper Nikita Voronchenko Becky Thatcher Josefine Mindus Amy Lawrence Elisabeth Wrede Alfred Temple Ferdinand Keller Tante Polly Caren van Oijen Killer-Joe Christoph Späth Muff Potter Carsten Sabrowski Mrs. Harper Alexandra Lachmann Dr. Robinson / Richter Thatcher Kai-Uwe Fahnert Lehrer/Pfarrer Theo Rüster Kinderchor der Komischen Oper Berlin, Es spielt das Orchester der Komischen Oper Berlin


Weitere Vorstellungen:

10. und 13. März 2023

19. und 24. April 2023

29. April 2023 (letzte Vorstellung in dieser Spielzeit)

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